
Kristall Grotesk vorgestellt
Auf der Mitgliederversammlung 2009 des Fördervereins des
»Museums für Druckkunst Leipzig« übergab Veronika Elsner nach einer kurzen Präsentation von Günther Flake am 15. Mai die im Auftrag des Museums als Replik erstellte 7 Schnitte umfassende Kristall Grotesk. Die darauf basierende Textschrift-Familie wird bis Ende des Jahres vorliegen und über www.fonts4ever.com erhältlich sein.
Bei der Schriftfamilie Kristall Grotesk handelt es sich um einen so genannten »Hausschnitt« aus der Stempelschneiderei Wagner&Schmidt, Leipzig. Wagner&Schmidt lieferte, ähnlich wie die amerikanische Firma ITC (International Typeface Corporation) in den 70er und 80er Jahren, analoge und digitale Vorlagen, Matern an Schriftgießereien in ganz Europa, die die Schriften jeweils unter eigenem Namen vertrieben.
Zuerst erschienen Schnitte dieses Designs im Laufe der 30er Jahre unter dem Namen Polar unter anderem bei der Schriftgießerei J. John Söhne, die 1956 nach deren Konkurs von der Schriftgießerei Johannes Wagner, Ingolstadt, übernommen wurde. Die Lettern der Polar von J. John Söhne wurden nach der Übernahme jedoch nicht mehr angeboten. Ende der 30er Jahre erschien dann die Kristall Grotesk mit erweiterter Schnittanzahl bei der Norddeutschen Schriftgießerei GmbH, Berlin, die von Johannes Wagner geleitet wurde.
Aus der Norddeutschen Gießerei, der von ihm ausgegründeten Firma Johannes Wagner, Berlin-West, und Teilen der 1954 von Leipzig nach Berlin verlegten Ludwig Wagner AG, an der Johannes Wagner beteiligt war, entstand nach dem Tod von Johannes Wagner 1965 unter Leitung des Prokuristen und späteren Inhabers Arnold Dröse 1971 die Schriftgießerei Johannes Wagner, Ingolstadt, die ihren Schriftbestand und ihre Gussrechte mit Übernahmen von Matrizen der 1971 geschlossenen Gießerei C. E. Weber und der H. Berthold AG noch erweitern konnte.
Die Kristall Grotesk wurde bis zur Einstellung des Gussprogrammes der Johannes Wagner GmbH über deren Vertrieb, Lettern Service Ingolstadt, angeboten.
Der Matrizenbestand sowie die Guss- bzw. Reproduktionsrechte der Schriftgießerei Johannes Wagner, Ingolstadt, sind seit 2002 durch Ankauf im Eigentum der Stiftung Werkstattmuseum für Druckkunst Leipzig.
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»Museums für Druckkunst Leipzig« übergab Veronika Elsner nach einer kurzen Präsentation von Günther Flake am 15. Mai die im Auftrag des Museums als Replik erstellte 7 Schnitte umfassende Kristall Grotesk. Die darauf basierende Textschrift-Familie wird bis Ende des Jahres vorliegen und über www.fonts4ever.com erhältlich sein.
Bei der Schriftfamilie Kristall Grotesk handelt es sich um einen so genannten »Hausschnitt« aus der Stempelschneiderei Wagner&Schmidt, Leipzig. Wagner&Schmidt lieferte, ähnlich wie die amerikanische Firma ITC (International Typeface Corporation) in den 70er und 80er Jahren, analoge und digitale Vorlagen, Matern an Schriftgießereien in ganz Europa, die die Schriften jeweils unter eigenem Namen vertrieben.
Zuerst erschienen Schnitte dieses Designs im Laufe der 30er Jahre unter dem Namen Polar unter anderem bei der Schriftgießerei J. John Söhne, die 1956 nach deren Konkurs von der Schriftgießerei Johannes Wagner, Ingolstadt, übernommen wurde. Die Lettern der Polar von J. John Söhne wurden nach der Übernahme jedoch nicht mehr angeboten. Ende der 30er Jahre erschien dann die Kristall Grotesk mit erweiterter Schnittanzahl bei der Norddeutschen Schriftgießerei GmbH, Berlin, die von Johannes Wagner geleitet wurde.
Aus der Norddeutschen Gießerei, der von ihm ausgegründeten Firma Johannes Wagner, Berlin-West, und Teilen der 1954 von Leipzig nach Berlin verlegten Ludwig Wagner AG, an der Johannes Wagner beteiligt war, entstand nach dem Tod von Johannes Wagner 1965 unter Leitung des Prokuristen und späteren Inhabers Arnold Dröse 1971 die Schriftgießerei Johannes Wagner, Ingolstadt, die ihren Schriftbestand und ihre Gussrechte mit Übernahmen von Matrizen der 1971 geschlossenen Gießerei C. E. Weber und der H. Berthold AG noch erweitern konnte.
Die Kristall Grotesk wurde bis zur Einstellung des Gussprogrammes der Johannes Wagner GmbH über deren Vertrieb, Lettern Service Ingolstadt, angeboten.
Der Matrizenbestand sowie die Guss- bzw. Reproduktionsrechte der Schriftgießerei Johannes Wagner, Ingolstadt, sind seit 2002 durch Ankauf im Eigentum der Stiftung Werkstattmuseum für Druckkunst Leipzig.
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