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Typoart Fleischmann TB Regular

Harald Brödel, 1985 (Johann Michael Fleischmann, um 1750) Elsner, Flake GbR, 1989-2009
Item number 151502-1, Net price 40.00 EUR

Kurzinformation zur Schrift
Vermutlich wurde die künstlerische Leistung von Johann Michael Fleischmann von der Schriftgeschichte noch nicht entsprechend gewürdigt; er gehört zu den bedeutendsten deutschen Schriftkünstlern überhaupt. 1701 in Wöhrd bei Nürnberg geboren, erlernte er in Nürnberg den Beruf des Stempelschneiders. Auf der Wanderschaft arbeitete er einige Jahre in der Lutherschen Schriftgießerei in Frankfurt am Main und seit 1728 in Amsterdam für verschiedene Schriftgießereien. Von 1743 bis zu seinem Tode im Jahre 1768 war er sehr produktiv für die Schriftgießerei Enschede in Haarlem tätig. Er entwarf hier unter anderem 24 Antiqua-Alphabete, eine Vielzahl von Kursivschriften, gotischen Schriften, Schreibschriften sowie griechische, arabische und andere fremde Alphabete. Die hier als Replik von Harald Brödel nach historischen Vorbildern ausgewählte und überarbeitete, relativ schmallaufende Antiqua wirkt etwas eigenwillig durch ihre keilförmigen und nach außen schwingenden Serifen bei einigen Versalien. Man könnte an spitz-dreieckige Segel denken, die mit ihren Buchstaben durch die Zeilen gleiten. Jedenfalls bringt die Fleischmann-Antiqua einen originellen Ausdruck in die Buchseite. Mehr als die Antiqua zeigt die Kursiv barocke Einflüsse. Zur Fleischmann-Kursiv sind auch Zier- bzw. Schwungbuchstaben überliefert, aber es ist nicht gesichert, ob diese von Fleischmann selbst stammen. Die jetzige Form der Schwungbuchstaben ist eine Neugestaltung und Gemeinschaftsarbeit von Typoart und Harald Brödel im Geist der Originalschrift. Für die Halbfette gibt es kein historisches Vorbild. Sie wurde vom Zeichner im Charakter der Geradestehenden als notwendige Auszeichnungsschrift entworfen. Typoart bietet mit dieser Schrift eine erfreuliche Bereicherung des Angebots an Formen aus dem nationalen Erbe der Schriftkunst. Die Fleischmann empfiehlt sich ihres kräftigen Duktus wegen vor allem für entsprechende belletristische Literatur.


Kurzinformation über den Designer
Harald Brödel wurde am 17. April 1934 in Wedlitz, Kreis Bernburg, geboren. Malerlehre und 1959 Meisterabschluss, autodidaktisches Arbeiten mit Schrift, Gebrauchswerberabschluss, Lehrmeister für Gebrauchswerber an den Lehrateliers Bernburg und Halle. 1965 bis 1969 externes Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, dann Gebrauchswerber beim VEB Baukombinat Leipzig, seit 1976 als freiberuflicher Gebrauchswerber in Leipzig.

Textauszug: Detlef Schäfer/Albert Kapr, aus »Fotosatzschriften Type-Design+Schrifthersteller«, VEB Fachbuchverlag Leipzig, 1989. In [...] gesetzte Texte und Hinweise sind Anmerkungen bzw. Ergänzungen der Redaktion.


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