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LeipzigerAntiqua TB CE Regular

Prof. Dr. Albert Kapr, 1968/1984 (Elsner, Flake GbR, 1989-2009)
Item number 158101-1, Net price 40.00 EUR

Kurzinformation zur Schrift
Die Leipziger Antiqua ist eine eigenständige und die vielleicht ausdrucksstärkste Schrift von Albert Kapr. Sie bezieht ihren Reiz aus den fast klassisch strengen und kraftvollen Formen, die sich zu einem harmonischen Gesamteindruck fügen und auch ihre Herkunft aus dem Schreiben mit der Breitfeder nicht verleugnen wollen. Ihr ornamentaler Grundgedanke ist das Aneinanderreihen weißer schlanker Sechsecke aus Punzen und Buchstabenabständen, die begrenzt werden von den senkrechten Abstrichen der Mittelhöhen und den spitz-dreieckigen Serifen. Dem Autor sind die weißen Binnenräume innerhalb der Buchstaben mindestens ebenso wichtig wie die Striche, aus denen sich die Figuren zusammensetzen, ähnlich wie auch die Proportionen eines Zimmers wichtiger sind als die eingrenzenden Wände. Obwohl die Leipziger Antiqua nach der Klassifikation als Übergangs- oder Barock-Antiqua eingestuft wird, entspricht sie dem Formempfinden unserer Zeit. Die relativ großen Gemeinenhöhen, die offenen Punzen, die klaren und logischen Formen sowie die nach unten um ein Geringes schmaler werdenden senkrechten Schäfte versuchen etwas vom Wollen und der Größe und der Zuversicht der Gegenwart in die Formenwelt der Schrift einzubringen. Die Kursiv wirkt anmutiger und kalligrafischer. Die meisten Buchstaben sind direkt aus dem Schreiben mit der Breitfeder entstanden. Da die Schrift bereits im Handsatz- und Magazin-Matrizen-Programm von Typoart vorhanden war, konnten beim Umzeichnen für den Fotosatz, bei dem der Autor von Hans-Peter Greinke unterstützt wurde, einige technisch bedingte Einschränkungen entfallen. Besonders bei der Kursiv wurden harmonischere Formen erreicht. Die Halbfette musste etwas angefettet werden, damit auch auf mittelfeinem Papier eine gute Auszeichnungskraft erreicht wird. Die Leipziger Antiqua ist eine Schrift für die Gegenwartsliteratur und für die politische Literatur. Mit Erfolg wurde sie auch für Lyrik sowie für Foto- und Bildbände eingesetzt, auch in Sach- und Fachbüchern hat sie sich bewährt.


Kurzinformation über den Designer
Prof. Dr. Albert Kapr wurde am 20. Juli 1918 in Stuttgart geboren, Schriftsetzerlehre, Studium als Gebrauchsgrafiker bei Prof. Ernst Schneidler in Stuttgart, 1948 bis 1951 Dozent an der Hochschule für Architektur und bildende Künste in Weimar, bis 1983 Professor und zeitweise Rektor an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, bis 1987 Künstlerischer Leiter und Berater von Typoart. Prof. Dr. Kapr erhielt für sein verdienstvolles Wirken auf dem Gebiet der Typografie eine Vielzahl von Ehrungen, darunter den Nationalpreis und den Gutenbergpreis. Er prägte durch seine langjährige Lehrtätigkeit, durch seine Forschungsarbeiten, fachwissenschaftlichen Aufsätze (insgesamt 15 Fachbücher und etwa 200 Buchgestaltungen) und seine Arbeit in nationalen und internationalen Gremien entscheidend den Ruf der Buchkunst und Schriftgestaltung in der DDR. Auch nach der Wende führte er seine wissenschaftlichen Arbeiten fort. Er hielt Vorträge und schrieb Fachbücher wie »Johannes Gutenberg und der Wein« – Geschichte des Buchwesens und des Buchdruckes, oder »Fraktur« – Form und Geschichte der gebrochenen Schriften. Am 31. März 1995 verstarb Albert Kapr in Leipzig.

Textauszug: Detlef Schäfer/Albert Kapr, aus »Fotosatzschriften Type-Design+Schrifthersteller«, VEB Fachbuchverlag Leipzig, 1989. In [...] gesetzte Texte und Hinweise sind Anmerkungen bzw. Ergänzungen der Redaktion.


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